07.06.2019
Emojisierung - Wie das digitale Schreiben unsere Kommunikation verändert
Deborah Enzmann
saasfee*pavillon
Heulend, lachend, zwinkernd oder mit rollenden Augen bilden sie das bunte Pendant zu unserem standardsprachlichen Zeichensystem: Emojis – entstanden in den 90er Jahren in Japan, sind sie mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des kommunikativen Zeichenrepertoires von Millionen Menschen. Wenn es jahrhundertelang ausreichte, sich mittels des standardsprachlichen Zeichensystems auszudrücken, warum werden heute solche Zeichen massenhaft und inflationär eingesetzt? Was sind ihre Funktionen? Und wie verändern sie unsere Kommunikation? Welche Rolle spielt dabei ihre Ästhetik?
Mit solchen und ähnlichen Fragen setzt sich das Symposium im Rahmen eines interdisziplinären Austausches mit internationalen Gästen auseinander. Dr. Hiromi Shirai von dem Keio Research Institute SFC in Japan wird die ‚Kawaii‘ Kultur vorstellen und deren Einfluss auf die Emojis erläutern. Prof. Johannes Bergerhausen von der Hochschule Mainz erläutert den Unterschied zwischen Piktogramm und Ideogramm und vergleicht dazu Keilschriftzeichen, ägyptische Hieroglyphen, chinesische Schriftzeichen, Verkehrszeichen und Emojis. Dr. Christina Siever von der Universität Zürich setzt sich mit der Klassifikation der kommunikativen Funktionen von Emojis an Beispielen von Instagram und WhatsApp auseinander. Prof. Dr. Marcel Danesi von der University Toronto legt in seinem semiotischen Vortrag dar, dass Emojis die traditionelle Unterscheidung zwischen getrennten verbalen und visuellen Repräsentations- und Kommunikationsmodi zu beseitigen scheinen. Dr. Lukas R. A. Wilde von der Universität Tübingen erläutert die Bildlichkeit und die Entfaltung des imaginativen Potentials von Emojis anhand der Cartoonisierung und Manga-Symboliken.
Das Symposium wird durchgeführt von Deborah Enzmann, vom Promotionsbereich der HfG Offenbach in Kooperation mit dem saasfee*pavillon.